Im Land der Reformation haben wir zur Zeit ca. 82 Mio. Einwohner. Von Forschern hören wir, dass ca. 1,5 % der Bevölkerung zu den evangelikalen Christen gehören.

In Aschaffenburg sieht das ein bisschen anders aus:
Zusammen mit allen Ortschaften der Umgebung sind wir ca. 125.000 Personen. In meiner unwissenschaftlichen Forschung komme ich auf ca. 850 Sitzplätze in evangelikalen Aschaffenburger Gemeinden; wenn wir Niedernberg dazu nehmen, sind wir bei grob 1.200 Personen im gesamten Umkreis - zumindest was die Anzahl der Sitzplätze in den Gemeinden betrifft. Diese Zahlen sind schon erschreckend niedrig!

Ca. 30 % aller Sitzplätze, die allein in Aschaffenburg angeboten werden, sind in unserer Gemeinde zu finden. Noch erschreckender ist: von diesen 900 Sitzplätzen, die angeboten werden, werden nur 550 beansprucht - Woche für Woche, und zwar in allen Gemeinden zusammen! D. h., wir kommen in unserer Region nicht auf die 1,5 % evangelikale Christen, die am Gottesdienst teilnehmen, zumindest von dieser Zahl her - wir liegen also unter 0,5%!

Tragisch dabei ist, dass wir in Aschaffenburg sogar mehr Tierärzte als Pastoren haben! D.h., einem Hund geht es in Aschaffenburg besser als einer Person, die Gott sucht.



Unsere Hoffnung ist, dass wir umdenken. Damit ist gemeint, dass wir für die überaus bedeutende Arbeit des Gemeindebaus mehr Personen ausbilden können.

Ein Teil des Problems ist, dass unsere Einstellung überholt ist.
Denn wir lassen den Fachmann alles machen und
  • nur die wenigsten werden jemals ein Seminar besuchen,
  • nur die wenigsten werden hebräisch und griechisch lernen, so dass sie in der Lage sind, die Urtexte selbst zu interpretieren und
  • nur die wenigsten werden ihre Arbeit aufgeben oder ihre Familie verlassen, um auf eine Bibelschule bzw. -seminar zu gehen.

    Was erforderlich ist, sagt Jesus uns eindeutig: wir brauchen mehr Arbeiter für die Ernte!

    Unser Anliegen ist eigentlich das, was Esra sagt. Dort lesen wir in Kapitel 7, Vers 10, dass er sein Leben dazu einsetzen wird, um die Schriften zu erforschen, zu interpretieren und zu lehren. Paulus sagt in 2. Timotheus, Kapitel 2, Vers 15, dass ein Lehrer fleißig die Schriften studieren soll, damit er in der Lage ist, sie nicht nur richtig zu interpretieren, sondern auch richtig auszulegen, so dass er sich nicht schämen muss.

    Das ist unser Anliegen!! Wir wollen Leute wie Esra und Timotheus ausbilden, damit wir in der Lage sind, selbst das Wort Gottes unter das Volk zu bringen. Der Sinn der Gemeinde-Volkshochschule in unserer Gemeinde ist, dass wir Grundlagen weitergeben, so dass Menschen in die Lage versetzt werden, einiges selbst zu betrachten und im praktischen Dienst umzusetzen.



    Im folgenden ein grober Überblick über das, was wir planen:
  • 8 Semester über einen 2-Jahres-Zyklus; d. h., 4 Semester im 1. Jahr und 4 Semester im 2. Jahr
  • dieser Zyklus wird sich wiederholen - ohne Anfang und ohne Ende
  • die Blöcke, die belegt werden, sind nicht zwingend aufeinander aufbauend; d.h., falls man einen verpasst hat, kann man ihn auch später noch nachholen
  • die ersten beiden werden wir im Frühling bzw. Winter/Frühling 2007 anbieten
  • es folgt eine Pause im Sommer (Juni - August)
  • im Herbst/Winter 2007 folgen zwei weitere Blöcke
  • die Kurse dauern jeweils 6 Wochen - danach ist eine kurze Pause, bevor der nächste Kurs beginnt

    Die Titel der 8 Kurse, die wir anbieten werden, sind:

  • Einführung in die Bibel
  • Theologie
  • Ekklesiologie
  • Missiologie
  • Pastorale Theologie
  • Welt und Kultur
  • Hermeneutik
  • Seelsorge

    Die Teilnehmer werden jeweils 25 EURO Kursgebühr bezahlen. Außerdem werden sie ihre eigenen Bücher kaufen müssen. Die 25 EURO decken Unterlagenkosten und Dozentenhonorare. Falls jemand die Kosten nicht bezahlen kann, werden diese von Sponsoren bzw. von der Gemeinde getragen.

    Gasthörer dürfen auch daran teilnehmen. Es ist nicht so, dass nur Männer teilnehmen sollen, sondern alle dürfen daran teilnehmen; auch Hauskreisleiter, "NUR"-Interessierte und allgemeine Gemeindebesucher dürfen daran teilnehmen.

    Die Teilnehmer an der Gemeinde-VHS werden merken, dass in 6 Wochen nicht alles besprochen werden kann. Das bedeutet, vieles wird man sich durch Eigeninitiative aneignen müssen. Die Bücher werden gelesen - wir werden dazu keine Berichte geben. Wahrscheinlich werden wir keine Prüfungen haben.
    Es wird erwartet, dass die Teilnehmer sich auch aktiv im Dienst innerhalb der Gemeinde einbringen.



    Unser Anliegen ist es nicht, nur Vermittler von Informationen zu sein, sondern wir wollen "Ausrüster" sein. Im Epheser-Brief, Kapitel 4, steht geschrieben, dass Gott der Gemeinde Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer gegeben hat, damit diese Diener bzw. Gaben die Heiligen ausrüsten für das Werk des Dienstes.

    Es ist unser Anliegen, dass Menschen in die Lage versetzt werden, gut und effektiv dienen zu können. Durch solch ein System können wir gewährleisten, dass unsere Grundwerte, die theologische Richtung und die Genauigkeit der Schriften in alle Bereiche der Gemeinde durchdringen.

    Es sollten nur diejenigen an der Gemeinde-Volkshochschule teilnehmen, die bereit sind, gefordert zu werden, nachzudenken und genau zu unterscheiden. Gewisse Stoffbereiche, wie Lehre und Theologie, werden behandelt; Dienstphilosophie wird ebenfalls ein Thema sein. Strukturen werden untersucht und wir werden versuchen, mit Gottes Hilfe, Menschen auf eine Ebene zu bringen und in die Lage zu versetzen, selbst Gottes Stimme zu hören und eine Dienstform/-stelle zu finden.

    Keith